AFG Solingen Lexikon

Mastektomie

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Zusammenfassung

Eine Mastektomie ist eine Operation, bei der die Brust entfernt wird, meist wegen Brustkrebs oder weil das Risiko dafür sehr hoch ist. Je nach Situation entfernt das Team nur Brustgewebe oder zusätzlich Lymphknoten in der Achsel. Nach der Operation sind Wundpflege, Schmerzbehandlung und vorsichtige Bewegung wichtig, damit die Heilung gut läuft. Viele Menschen entscheiden sich später für einen Brustaufbau oder für eine Versorgung mit einer Prothese.

Definition und Ziel


Die Mastektomie ist eine Operation, bei der das Behandlungsteam Brustgewebe entfernt. Häufig dient der Eingriff der Behandlung von Brustkrebs, und manchmal soll er ein sehr hohes Erkrankungsrisiko senken. Ziel ist eine sichere Tumorkontrolle, und dabei berücksichtigt das Team immer auch Lebensqualität, Körperbild und individuelle Wünsche.

Formen der Mastektomie


Welche Operationsform passt, hängt von Tumorart, Tumorgröße, Lage, genetischem Risiko und Begleiterkrankungen ab. Ärztinnen und Ärzte besprechen die Optionen gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten, und sie beziehen onkologische Sicherheit sowie kosmetische und funktionelle Aspekte ein.

  • Totale Mastektomie: Entfernung des Brustdrüsengewebes, meist mit Brustwarze
  • Hautsparende Mastektomie: Erhalt der Brusthaut für einen späteren Aufbau
  • Brustwarzenschonende Mastektomie: Erhalt von Haut und Brustwarze, wenn es medizinisch passt
  • Erweiterung mit Lymphknotendiagnostik, zum Beispiel Sentinel Lymphknoten

Bei vielen Operationen prüft das Team die Lymphknoten in der Achsel. Oft nutzt es dafür den Wächterlymphknoten, weil diese Methode die Belastung senken kann, wenn kein Befall vorliegt.

Indikationen und Vorbereitung


Eine Mastektomie kommt infrage, wenn eine brusterhaltende Operation nicht sinnvoll ist, oder wenn das Rückfallrisiko sonst zu hoch bleibt. Auch bei bestimmten genetischen Veränderungen, zum Beispiel bei einem BRCA Risiko, kann eine vorbeugende Entfernung in die Beratung einfließen. Zur Vorbereitung gehören Bildgebung, Laborwerte, Narkoseaufklärung und ein Gespräch über Rekonstruktion, Narben, Sensibilität und mögliche Folgetherapien.

Wichtig ist außerdem die Planung für den Alltag nach der OP, dazu zählen Unterstützung zu Hause, passende Kleidung, Schmerzmittelplan und die Organisation von Physiotherapie.

Ablauf der Operation


Das Team führt die Operation in Narkose durch und entfernt das geplante Gewebe über einen Schnitt, dessen Lage sich nach Operationsform und Rekonstruktionsplan richtet. Wenn es Lymphknoten prüfen muss, entnimmt es den Wächterlymphknoten oder weitere Knoten in der Achsel. Häufig legt das Team Wunddrainagen, damit Blut und Wundflüssigkeit abfließen. Danach folgen Verband, Überwachung und ein früher Start mit angepasster Bewegung.

Nachsorge, Wundheilung und Alltag


Nach dem Eingriff unterstützen Schmerztherapie, Lagerung und eine ruhige Mobilisation die Erholung. Das Team erklärt den Umgang mit Drainagen, und es achtet auf Zeichen wie zunehmende Rötung, starke Schwellung, Fieber oder nässende Wunden. Viele Patientinnen und Patienten profitieren von gezielten Übungen für Schulter und Arm, weil diese Bewegungen die Funktion erhalten und Verspannungen reduzieren können.

Für den Alltag helfen klare Empfehlungen zu Heben, Tragen und Sport, und ebenso Hinweise zu Narbenpflege, Hautsensibilität und Schlafposition. Eine Versorgung mit Brustprothese oder ein Brustaufbau kann, je nach Wunsch und Therapieplan, sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Mögliche Risiken und Komplikationen


Wie bei jeder Operation können Risiken auftreten, und das Team klärt sie vorab ausführlich. Eine gute Nachbeobachtung hilft, Probleme früh zu erkennen und schnell zu behandeln.

  • Nachblutung, Hämatom oder Wundheilungsstörung
  • Infektion oder anhaltende Serombildung
  • Taubheitsgefühl, Spannungsgefühl oder Schmerzen
  • Lymphödem Risiko, vor allem nach ausgedehnter Lymphknotenentfernung

Pflege und psychosoziale Unterstützung


Pflegefachpersonen begleiten Patientinnen und Patienten durch Aufklärung, Wundbeobachtung und Schmerzmanagement, und sie unterstützen bei Körperpflege und Mobilisation. Ebenso wichtig ist eine sensible Kommunikation, weil der Eingriff emotional belastend sein kann. Hilfreich sind Angebote wie Psychoonkologie, Sozialdienst, Selbsthilfe und Beratung zur Reha, denn diese Bausteine stärken Selbstwirksamkeit und Orientierung.

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