AFG Solingen Lexikon

Abszess

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Zusammenfassung

Ein Abszess ist eine schmerzhafte Eiteransammlung im Gewebe, die meist durch Bakterien entsteht. Typisch sind Rötung, Schwellung, Wärme und Druckschmerz, manchmal kommen Fieber und Krankheitsgefühl dazu. Oft muss ein Abszess ärztlich eröffnet werden, damit der Eiter abfließen kann, und danach ist eine saubere Wundpflege wichtig.

Definition


Ein Abszess ist eine abgekapselte Ansammlung von Eiter im Gewebe. Er entsteht meist durch Bakterien, die eine Entzündung auslösen, wodurch der Körper eine Art Schutzwand um den Entzündungsherd bildet. Ein Abszess kann an der Haut, in tieferen Gewebeschichten oder auch in Organen auftreten.

Ursachen und Entstehung


Häufig gelangen Erreger über kleine Verletzungen, eingewachsene Haare oder entzündete Haarfollikel in das Gewebe. Auch nach Injektionen, Operationen oder bei chronischen Hauterkrankungen kann sich ein Abszess entwickeln. Ein erhöhtes Risiko besteht bei geschwächtem Immunsystem oder bei Stoffwechselerkrankungen.

  • Bakterielle Infektion, oft durch Staphylokokken
  • Hautverletzungen, Rasur oder Reibung
  • Chronische Entzündungen, zum Beispiel Akne inversa
  • Diabetes mellitus und andere Risikofaktoren

Typische Symptome


Ein Abszess zeigt sich häufig als schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung. Viele Betroffene spüren einen Druckschmerz, und die Haut kann gespannt wirken. Je nach Lage und Größe können auch Allgemeinsymptome auftreten, zum Beispiel Fieber oder ein starkes Krankheitsgefühl.

Typisch sind Schmerz, Rötung, Überwärmung, Schwellung und manchmal eine sichtbare Eiterbildung. Bei tiefen Abszessen treten Beschwerden oft weniger deutlich auf, dafür können sie länger anhalten.

Diagnostik


Die Diagnose erfolgt meist durch Blickdiagnose und Abtasten. Bei unklarer Ausdehnung oder bei Verdacht auf einen tieferen Abszess kann eine Ultraschalluntersuchung helfen. Wenn sich die Entzündung stark ausbreitet oder wenn Fieber hinzukommt, prüft das Behandlungsteam zusätzlich Blutwerte wie CRP und Leukozyten.

Behandlung


Ein Abszess heilt selten allein aus, daher braucht er oft eine gezielte Therapie. Kleine oberflächliche Abszesse lassen sich manchmal durch lokale Maßnahmen unterstützen, größere oder schmerzhafte Abszesse erfordern jedoch meist eine Entlastung durch Eröffnung. Dabei entfernt das Team den Eiter, spült die Wunde und sorgt für einen guten Abfluss, damit sich die Entzündung nicht erneut staut.

  • Lokale Wärme, wenn medizinisch sinnvoll
  • Inzision und Drainage bei größeren Abszessen
  • Antibiotika bei Ausbreitung, Fieber oder Risikofaktoren
  • Wundversorgung mit Spülung und Verbandwechsel

Wichtig ist, dass Betroffene nicht selbst drücken oder aufstechen, weil sich die Infektion sonst verschlimmern kann und Keime in tiefere Gewebeschichten gelangen können.

Pflege und Nachsorge


Nach der Behandlung spielt eine gute Wundversorgung eine zentrale Rolle. Dazu gehören hygienisches Arbeiten, regelmäßige Verbandwechsel und eine Beobachtung der Wundumgebung. Schmerzen lassen sich mit abgestimmter Medikation und Schonung reduzieren, während Bewegung und Alltag je nach Lokalisation angepasst werden sollten. Pflegekräfte achten besonders auf Infektzeichen, zum Beispiel zunehmende Rötung, neue Schwellung, Eiteraustritt oder Fieber.

Bei wiederkehrenden Abszessen lohnt sich eine Abklärung möglicher Ursachen, zum Beispiel Hauterkrankungen, Diabetes oder eine bakterielle Besiedlung.

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